25. August 2010:
 
Begonnen hat alles mit einem Bericht über das „Leningrad Cowboys go Panamericana“ – Projekt. Ich finde nicht nur die Typen faszinierend, sondern vor allem auch deren Auto: ein 58er Corvette Cabrio:
  
 
    
 
Meksikossa“ – Finnisch kann so schön sein! Ich begann mir mehr Informationen über dieses Abenteuer der Leningrad Cowboys, und auch über die Carrera Panamericana, zu besorgen. Schnell stieß ich auf zahlreiche Erfahrungsberichte im Netz, sowie auf diverse Bücher und Videos (siehe Linksammlung). Das letzte echte Straßenrennen auf dieser Erde – ein Relikt aus der Vergangenheit. 3.500 km in 7 Tagen, davon mehr als 500 Kilometer „absolutely flat out“. Die Faszination wuchs.
 
Anläßlich des Gaisbergrennens 2010, kam das Thema Panamericana beim Abendessen im Schloßhotel Fuschl zur Sprache. Schnell stellte sich heraus, dass nicht nur ich mich dafür begeistern konnte, sondern dass ein Mitglied aus dem Tom-Fischer-Technikkader sogar schon an diversen Panamericana-Projekten mitgearbeitet hatte (u.a. an einem Renn-Flügeltürer mit BMW GTR-Motor und mehr als 300 kmh-Spitze!).
 
Schnell war klar: das machen wir auch, da fahren wir mit. Am nächsten Tag schon begann die Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Natürlich hätte man auch mit meinem 356er Porsche mitfahren können, doch von Anfang an stand fest, es muß schon ein Achtzylinder sein (Zitat Andrea: Das muß schon ordentlich brobbeln). Eigentlich wollte ich auch – allen Sicherheitsbedenken zum Trotz - einen Roadster fahren. Ich wollte aber keinesfalls das Leningrad-Cowboys-Auto kopieren (obwohl mir das schon sehr, sehr gut gefällt), ich wollte – im Rahmen des Möglichen - etwas eigenes machen. Während Harry sehr für amerikanische Schrankwände ala Bel Air und dergleichen plädierte, hatte ich mich bald auf Corvette oder Mustang festgelegt. Am besten gefiel mir eigentlich die 54er Corvette, aber die war alsAchtzylinder so gut wie gar nicht aufzutreiben (oder nur zu horrenden Preisen) – und Sechszylinder: das ging ja gar nicht – siehe Zitat Andrea weiter oben.
Schließlich entdeckte ich im Internet eine halbfertige Restauration einer 65er Renn-Corvette, Standort Genf:
 
 
Vor allem die Ausführung vieler Details überzeugte mich. Bereits ein paar Tage später hat Tom das Auto vor Ort inspiziert und es war sofort klar: eine bessere Basis für unser Carrera-Panamericana-Projekt finden wir nicht – trotz Dach.
 
Das Auto hat sogar eine Historie als Rennwagen:
 
                                              
 
Logistisch wird die Panamericana-Teilnahme wohl ein „nightmare“. Es wäre sicherlich wirtschaftlich sinnvoller sich in USA oder Mexico in ein Team einzumieten (pay & drive). Hinfliegen, einsteigen, losfahren. Wird die Kiste geschrottet: aussteigen, heimfliegen. Punkt. Der Rest, ist das Problem des Vermieters. Zugegeben, das wäre auch nicht ganz billig, aber viel, viel einfacher. Du weißt natürlich vorher nicht in welchem Zustand das Mietfahrzeug letztendlich ist,und wenn Du Pech hast, scheidest Du am ersten Tag schon aus (kann Dir mit dem eigenen Auto allerdings auch passieren). Aber einfache Lösungen waren noch nie so mein Ding. Also: volles Programm.
 
Ein paar Tage später war sie Mein. (Es gibt für das Ganze natürlich auch eine strikt rationale Rechtfertigung: Es handelt sich um eine sehr vernünftige Anschaffung, denn aufgebaut nach Anhang K der FIA kann man dieses Fahrzeug ja zukünftig vielseitig einsetzen (Anmerkung: so es denn die „Carrera“ überlebt….), zum Beispiel im Histo-Cup).
 
In 14 Monaten startet die 24. Carrera Panamericana. Spätestens im März/April nächsten Jahres soll der erste Testeinsatz stattfinden. Dann bliebe noch genug Zeit für Anpassungsarbeiten und Modifikationen (Gaisberg 2011 wäre z.B. ein passendes Event). Es gibt viel zu tun. Erst einmal muß das Auto komplettiert werden, denn die Restauration wurde abgebrochen, anschließend stand das Auto längere Zeit. Auch wenn die Basis gut ist, als 65er Modell unterliegen wir bei der PanAm einer Hubraumbeschränkung (d.h. wir brauchen - leider - einen anderen - hubraumschwächeren - Motor, mit max. 327 cubicinch Hubraum), wir brauchen einen aufwendigeren Überrollkäfig und wir müssen etwas schmälere Felgen fahren. Ob das Fahrwerk (Federn, Dämpfer) übernommen werden kann muß sich erst zeigen – da es sich aber um eine Rundstreckenversion handelt, wohl kaum; hier werden wir auf ein höhenverstellbares umrüsten. Das die Kiste vorher noch typisiert werden muß – und möglichst ein H-Kennzeichen erhalten sollte – versteht sich vonselbst. Jetzt beginnen wir erst einmal mit einer Bestandsaufnahme: Was fehlt denn alles? Was muß alles geändert werden? (Natürlich kennen wir das 2011er Reglement noch nicht, wir orientieren uns jetzt erstmal am aktuellen Regelwerk und hoffen, dass sich im nächsten Jahr nicht zuviel ändert……)